Archiv für September 2012

Zombie des Monats

Heute wird das realweltliche Pendant zu Stephen Flyboy Andrews benannt und er wird der Zombie der letzten Monate sein. Sie erinnern sich sicher  an diese Figur aus „Dawn of the dead“, den Helikopter-Pilot  und Verkehrsberichterstatter? Nicht wirklich? Dann helfe ich auf die Sprünge… er fliegt den Hubschrauber und fällt eher als nichts könnende Nebenrolle auf, gelegentlich bringt er sogar seine Partner in Gefahr.  Er und seine Gefährten verschanzen sich in einem  Kaufhaus, bereinigen es von den Untoten und leben wie die Maden im Speck, bis… eine Horde marodierender Rocker einfällt und das Kaufhaus plündert. Alles ist in Ordnung, aber dann schlägt sie zu: DIE GIER. Während sein Kollege Roger sich mit dem weisen Kommentar „Es ist genug da!“ zurückzieht, überkommt es Flyboy, er dreht durch und eröffnet willenlos das Feuer. Na, kommen Sie schon darauf? Man lebt wie die Made im Speck und kann dann immer noch nicht den Hals voll genug bekommen? Na?

Weiter im Text. Flyboy hat die Situation unterschätzt, er wird angeschossen und flüchtet unter 5%  (Hinweis erkannt?)verwundet in den Fahrstuhl, wohin ihm die Untoten folgen und ihn beißen. Er kann sich gerade noch so in die Kabine retten. High noon, Punkt 12 Uhr, öffnet sich die Fahrstuhltür und der totenGELBE Andrews verbündet sich mit seinen untoten Zombiefreunden und führt alle Bestien gewissenlos zu seinen ehemaligen Freunden.

Welche Symbolik in dieser Szene steckt, welch Brückenschlag möglich ist… Also erst einmal muss man ja mal erwähnen, dass die FDP ja eigentlich für eine Interessengruppe steht, die der Anzahl nach ähnlich groß sein dürfte, wie die Anzahl  Überlebenden nach einer Z-Apokalypse. Auf der einen Seite sind es ein paar Millionäre (ab 5 Millionen gehört man eigentlich dazu) und Milliardäre. Auf der anderen Seite sind es ein paar Versprengte die sich selbst und denen vielleicht auch der Zufall geholfen hat. Man mag sich fragen, warum denn immer noch mehr als 5% Leuts dieser Partei ihre Stimme geben, die doch nichts mit ihnen gemein hat. Die Antwort lautet: Zombies! Diese Partei wird außer von ihrem Klientel der mindestens -5-fach Millionäre von einem großen Haufen hirntoter Zombies gewählt, die man noch nicht bemerkt hat.

Die Gier der Flyboy-Partei. Was für ein gesellschaftskritisches Bild Romero da entworfen hat. Der Luftikus, der eigentlich für alle verantwortlich ist, ballert aus einem übertriebenen Possessivreiz aufrührerische seiner eigenen Art nieder. Nicht dass diese vielleicht die besseren gewesen wären, nein, das nicht, aber die Notwendigkeit des Teilens hat er in seiner Gier übersehen und…

…die Folgen nicht abgeschätzt. Auf dem Weg nach oben, wird er gebissen und man achte wieder einmal auf die Symbolik: 

Nach der Transmutation fährt Andrews mit dem Fahrstuhl hinunter, bergab, um sich mit nun seinesgleichen zu vereinen. Und weiter:

Nun geht es ihm nur noch um Fleisch, er zeigt sein wahres Gesicht, demaskiert verbündet er sich nun mit seinen Interessenten, die primär sich selbst am nächsten sind und sekundär die Welt bedrohen. Ähnlich ist es wohl auch mit vielen sehr reichen Menschen, also jene Handvoll, für die die Flyboy-Partei eigentlich steht. Gerne andere beißen, aber ganz erschrocken tun, wenn auf einmal alles kaputt ist. Massiv den Ankauf illegaler Steuersünderdateien (sind V-Leute dann nicht auch illegal? Und Abhörungen? Und verdeckte Ermittlungen? Na, Mensch sowas aber auch…) anklagen, das ist ja nun laut und deutlich mit den Zombies gestöhnt… Ne, halt, da sind sie mit mir durchgegangen, so sind Zombies ja gar nicht.

Zum Schluss bleibt die Frage, ob es nun gut ist, dass Francine mit einem Kind, gezeugt aus Andrews Lenden, entkommen kann. Was für ein böses Ende!

Autopsiebericht

In den letzten Tagen drängt sich mir verrottendes Herbstlaub auf, erinnert mich an Vergänglichkeit und daran, dass es Zeit wird zu schreiben. Was abgeht: Unten liste ich mal die nächsten beiden VÖ auf, auf die ich mich wirklich sehr freue. Dann freue ich mich natürlich auf Faulfleisch, das demnächst erscheint.

Für 2013 hoffe ich, dass mein drittes Buch “Töte John Bender” erscheint, die Chancen dafür stehen recht gut. Neben einigen Kurzgeschichten-Projekten schreibe ich jetzt parallel an einem Coming out of age-Horror-Roman; einem Dark-Fiction-Roman und arbeite anFaulfleisch II (Recherche). Bockt alles, aber Zeit ist gerade ein knappes Gut.

In  Kürze erscheinen folgende Anthologien:

6 Weltuntergänge – September 2012. Das können Sie gar nicht verpassen! Du lässt den Blick über die Türen schweifen, die ins Ungeschehene führen. Du zögerst, dein Blick bleibt hängen. Jede Tür besitzt unter ihrer eisernen Klinke ein altmodisches Schlüsselloch…

Sechs Schlüssellöcher. Sechs mögliche Weltuntergänge.

Das Erlöschen der Sterne? Die Anbetung des Kraken? Die schwarzen Stürme? Der Besuch der K’tarr? Das totale Grün? Der Cazimi-Kult?

Niedergeschrieben von apokalyptischen Propheten:

Stefan Burban · Christian Günther Karsten Kruschel · Frank Lauenroth Michael Marrak · Vincent Voss

Mit einer Rahmenstory von Uwe Post.

Dazu kommt dann noch:

DÜSTERE PFADE

DÜSTERE PFADE

Hrsg. Alisha Bionda

p.machinery Anthologie Taschenbuch Sep. 2012 Status: Vorschau

Cover- und Innengrafiken: Crossvalley Smith

Mit farbigen Innengrafiken

Autoren schreiben düster-phantastische Kurzgeschichten über DÜSTERE PFADE zu Grafiken von Crossvalley Smith.

Autorenverzeichnis

Tobias Bachmann, Tanja Bern, Tanya Carpenter, Erik Hauser, Oliver Kern, Guido Krain, Dave T. Morgan, Thomas Neumeier, Sören Prescher, Vincent Voss, u.a.

172,3

So, ich habe ja bisher noch gar nicht auf meinen Debutroman "172,3" hingewiesen, das hole ich nun nach. Vorhang auf:
172,3 172,3 Hersteller LUZIFER-Verlag Steffen Janssen Preis 14,95€

Roman, illustriert, 234 Seiten Genre: Horror

Autor: Vincent Voss   ISBN: 978-3-943408-06-5   Leseprobe   Vor langer Zeit … lag Unheil über einem kleinen Dorf bei Lübeck.  Dunkle Mächte – in Gestalt eines fleischgewordenen Wunsches – bedrohten die Dorfgemeinschaft und trieben sie zu einem grausamen Mord.    Heute … wiegt Viktor Vogel 172,3 Kilogramm. Er wagt einen letzten Versuch, endlich abzunehmen und besiegelt diesen Schwur unfreiwillig mit seinem Blute an jenem unheiligen Ort. Erneut erwacht das Böse und nährt sich an Viktors Pfunden. Unheimliche Vorkommnisse begleiten fortan sein Leben und Viktor begreift: Abnehmen kann tödlich sein! Für ihn und alle, die er liebt!      Mit 12 Illustrationen von Jessica May Dean.

Heimweh eines Cyborgs

Bionda, Alisha (Hrsg.), Heimweh eines Cyborgs

Alisha Bionda (Hrsg.) HEIMWEH EINES CYBORGS Dark Wor(l)ds 3 Juni 2012, 188 Seiten, Taschenbuch ISBN 978 3 942533 15 7 EUR 13,90 (DE)

Ein Auftragsmord ist eine schmutzige Sache – doch wie schmutzig, erfährt der Profikiller Jones erst, als er Nachforschungen über sein Opfer anstellt … Die Menschheit hat sich längst selbst vernichtet. Aber noch immer kreisen die von ihnen hergestellten Cyborgs in den Weiten des Universums in ihren Watch-Stationen. So auch je ein Exemplar der Trenobel- und der Krenobel-Baureihe. Sie beobachten Unglaubliches und werden Zeuge vom Sinn des Lebens und schließlich begegnen sie Gott …. Sebastian Grün ist Geschäftsführer von vier Bestattungsgeschäften. Er kämpft mit anderen Interessenvertretern um ein Bestattungsrecht für Cyborgs. Zeitgleich mit einem schicksalsträchtigen Ereignis während seines Urlaubs auf dem unter Planetenschutz gestellten Biotop Tropicora, beschließt der Hohe Rat ein Einlenken in diesem umkämpften Rechtsstreit. Sebastian wähnt sich am Ziel und bietet endlich auch Bestattungen für seinesgleichen an. Dann erscheint Lucie in seiner Geschäftszentrale und alles wird anders, als er es sich gedacht hatte …

Lucas Bahl, Barbara Büchner, Frank & Desirée Hoese, Guido Krain, Christoph Marzi, Thomas Neumeier, Lothar Nietsch, Sören Prescher, Achim Stößer, Vincent Voss und Arthur Gordon Wolf bieten Fiction jenseits der eingetretenen Pfade. Ihre Inspiration bezogen sie aus den farbigen Grafiken von Crossvalley Smith.

Meine bescheidene Meinung zu den Geschichten:

Achim Stößer – Roboterhunger

“God created Adam and Eve, not Andrew and Robert” Der Androidenrechtler Pete bereitet sich auf seine Rede auf dem ersten Androidenrechtskonkress vor und etwas Unerwartetes passiert. Ein Opener in dem Band, der die Theamtik voll und ganz erfasst und dazu noch gut geschrieben ist.

Desirée&Frank Hoese – Das Gesetz des Chaos

Der Auftragskiller Mr Levine bekommt einen Kontrakt auf Numa City, der Stadt der oberen Zehntausend angeboten. Aber zwischen ihm und seinem Opfer gibt es eine Beziehung… Eine intelligente und “dreckige” Geschichte. Hab während des Lesens wieder Bock auf SR bekommen!

Guido Krain – Vierundzwanzig Stunden

Exkursion auf den Marsmond Phobos mit weitreichenden Folgen für die gesamte Besatzung. Düster, dicht und atmosphärisch wird hier eine Geschichte kredenzt, die vielleicht nicht neu ist, dafür aber so gut geschrieben, dass es letztlich egal ist. Echt bedrohlich!

Lothar Nietsch – Die Schöpfung – Der nächste Level

Mein Favorit! Humor paart sich mit Philosophie auf engstem Raum in einem stark abgegrenzten Setting und es unterhält einen enorm. Trenobel und Krenobel rocken das All!Saustark!

Thomas Neumeier – Wer die Information sät

Vor der Gipfelkonferenz der Allierten Welt geschieht ein Mord an einen Agenten. Niemand kann dem anderen in dieser angespannten Lage mehr trauen. Eine intelligente Detektivsgeschichte, die zu unterhalten wusste.

Barbara Büchner – Schrotts Phantom

Baron Gramm will bauen, aber unheimliche Geschehnisse vertreiben ihm die Arbeiter. Der Söldner Dietrich Graf Mencke wird beauftragt, die Ursache zu beheben. Ein elektrostatisches Abenteuer um Schrotts Phantom beginnt. Tolle Geschichte!

Vincent Voss – Lucie

Was soll ich sagen, siehe Klappentext

Christoph Marzi – Heimweh eines Cyborgs

Ein Tagebuch des Schönheitswahns, eigen geschrieben, spezielle Perspektive, eine Geschichte, die mir sehr gefallen hat.

Sören Prescher – Pünktlichkeit und Perfektionismus

Wer kennt nicht den übereifrigen, tollen Kollegen, der immer besser ist, als man selbst. Korrekt und bieder. Klaus Gärtner kommt dem Geheimnis seines Kollegen Rohlik auf die Spur.

Arthur Gordon Wolf – Projekt Condor II

Wahnsinniger Spannungsaufbau und eine bis ins Detail recherchierte Geschichte über eine Expedition in Nazca/Peru, mit dem Ziel die dortigen Linien genauer zu erforschen. Ich wünschte, sie hätte nicht so schnell geendet. Mein Platz 2.

Lucas Bahl – Zeitlang

Hach, auf was für Ideen manch einer kommt! Leider kann man nichts verraten, ohne der Geschichte ihre Pointe zu nehmen, aber auch sie ist einfach genial.

Fazit: Eine sehr starke Anthologie in meinen Augen, bin gespannt, was andere darüber schreiben oder sagen!