Der Wohnwagen

Diese Geschichte erschien in dem Band “Dunkle Seiten I” im Twilight Line Verlag, siehe hier: http://dunkle-seiten.twilightline.com/blutbank/1000-x-dunkle-seiten-i/

Tatsächlich hat mich jener Wohnwagen in meiner Kindheit beschäftigt und war Teil einer Mutprobe. Diese Erinnerung daran wurde durch ein Camping-Urlaub im dänischen Lokken hervorgerufen, er stand zwischen unserem Zelt und den Toilettenhäuschen. Jeder Gang zu später Stunde rief ein beklemmendes Gefühl hervor. Die Toilette selbst wurde dann Gegenstand der nächsten Geschichte “Der Prometheusspiegel”

Eine Rezension zu meiner Geschichte findet sich hier: http://www.literra.info/rezensionen/rezension.php?id=4738

Etwas zu lesen gefällig:

“In den Ecken des Fensters hatten sich sowohl innen wie außen Spinnen ihre Netze gebaut. Die darin eingewickelten Fliegen sahen mumifiziert aus. Als wären sie schon länger als diesen Sommer im Netz gefangen. Er zuckte zusammen. Ein Geräusch. Als würde Pappe oder starkes Papier mit einer Schere geschnitten werden. Er tippte Marco an. Marco sah fragend zu ihm. Er zeigte auf seine Ohren. Marco schüttelte den Kopf, zog fragend seine Schultern hoch. Das Geräusch war in seinem Kopf. Ein erneuter Brechreiz. Ihm wurde schwindelig. Das Geräusch wurde lauter. Er schüttelte den Kopf. Marco sah ihn fragend an. Er spürte, dass sich etwas in dem Wohnwagen regte. Etwas, dass sich sonst versteckte und Menschen in den Zeiten auflauerte, in denen sie allein und verwundbar waren. Vor seinem inneren Auge nahm es Gestalt an. Veränderte sie wieder, blieb im Schatten verborgen. Er konnte es riechen, wie es hinter der Tür ihren Geruch einsog. Er sah, wie es seinen Freund lockte. Unsichtbare Dämpfe, die Neugier weckte. Etwas fiel im Wohnwagen auf den Boden. Etwas Schweres. Fleischiges. Marco hatte es auch gehört. Angespannt starrte er zur Tür. Er musste Marco retten. Er musste sie beide retten.”